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DESCRIPTION:Als Akteurinnen aus Hochschule und freier Praxis spricht uns de
 r Call for Paper sehr an\, weil wir gerade eine ›raumbezogene‹ Neu-Kon
 zeptionalisierung des Modul-Curriculums an der Akademie der Bildenden Kün
 ste München entwerfen\, in Orientierung an ›Räumen‹ in physischer wi
 e symbolischer Hinsicht. Nicht zuletzt ist die Lehre an Kunstakademien sow
 ieso an physische Räume gebunden\, in denen gearbeitet und diskutiert wir
 d\; dies geschieht je nach Professur und Studierende in einer Klasse ander
 s: diese Atelierräume spannen eigene ›Diskursräume‹ auf\, in denen d
 as informelle bzw. implizite Wissensformen aufgebaut und verhandelt wird. 
 So werden Prämissen nicht nur verhandelbar\, sondern zuallererst sichtbar
  und besprechbar. In den jeweiligen Organisationsstrukturen\, Relationieru
 ngen und Perspektiviertheiten bildet sich ein spezifisches Wissen\, das au
 f geteilten Erfahrungen\, Wahrnehmungen und gezeigten Querbezügen beruht.
  Den Raum in diesen Möglichkeiten anzuerkennen\, entlastet von Erwartunge
 n der Produktion. Mit diesem ›Kunstgriff‹ soll das forschende\, künst
 lerische und reflektierte Handeln nicht nur ermöglicht\, sondern anders g
 erahmt werden: in Räumen geht es auch um Stimmungen\, um Bühnen und Vers
 tecke. Räume fungieren als Versammlungsorte\, bedingen Begegnung und Ber
 ührung\, für geteiltes und kollektives Körperwissen. Auch das Sich-Zeig
 en\, ein Aus-sich-Heraustreten vollzieht sich räumlich.\nDer Denk-Figur 
 ›Raum‘ liegt die je spezifische\, institutionelle Bedingtheit kunstpä
 dagogischer Praxis zugrunde\, die als relationale gedacht werden kann. Ber
 eits 1999 definiert die Soziologin Martina Löw den Raum in erweiterter Fo
 rm als ‚Gefüge von Lagebeziehungen‘. Löw grenzt sich von einem Raumv
 erständnis ab\, welches Räume als Behälter begreift. Sie bezieht sich a
 uf Foucault\, für den Raum ein » ›Ensemble von Relationen‹ ist\, wel
 ches die ›Elemente‹ als ›nebeneinandergestellte\, einander entgegeng
 esetzte\, ineinander enthaltene erscheinen läßt‹. Raum ist demzufolge 
 eine Konfiguration oder ein Netzwerk\, welches Personen\, Dinge oder Handl
 ungen in eine Ordnung bringt. Explizit grenzt er sich gegen die Vorstellun
 g eines leeren Behälters ab\, der beliebig gefüllt werden kann.« (Löw 
 1999\, 54) Genau und darin infizieren sich die Räume\, stecken sich gegen
 seitig an\, sind an der Schwelle\, im Übergang.\nDamit steht eine Raumlog
 ik einer anderen Logik entgegen\, die in Curricula verortet ist – die ve
 rrinnende Zeit. (vgl.: lateinisch curriculum (von currere = laufen\, renne
 n) bedeutet wörtlich Lauf\, Weg oder Rennbahn) Was wäre\, wenn Lernen we
 niger zeitlich\, sondern räumlich aufgefasst wird – wo auch etwas liege
 nbleiben\, und später wieder aufgegriffen werden kann\, wo sich Horizonte
  weiten\, Widersprüchliches koexistiert?\nTrotz der Untrennbarkeit räuml
 icher und zeitlicher Bedingtheit verlagerte sich die konzeptionell-theoret
 ische Diskussion asymmetrisch auf die zeitlichen und sozialen Rahmenbeding
 ungen menschlichen Zusammenlebens\, die räumliche Bedingtheit wirtschaftl
 icher und gesellschaftlicher Strukturen geriet lange aus dem Blick (vgl. S
 oja.) Der Fokus auf das Kognitive (vgl. ›kognitive Aktivierung) übersch
 attete die Qualität eines Leib-Raumes bzw. eines Resonanzraumes.\nSo schl
 agen wir für Curriculumsarbeit die Neufokussierung auf die Kategorie Raum
  vor\, und stellen uns z.B. folgende Module vor: einen ›Aushandlungsraum
 ‹ ›Umbauten Raum‹\, ›Umsorgenden Raum‹ ›Übergangsraum‹\, 
 ›Leeren Raum‹. Auch einen ›Utopischen Raum‹\, wie er von Le Guin i
 n ›Das Wort für Welt ist Wald‹ ge- und erfunden wird.\nUm besser zu v
 erstehen\, inwiefern Klassenateliers jene Raumkonzeption bezeugen\, wie si
 e im CfP als Gestaltungsraum\, Erfahrungsraum\, Möglichkeitsraum oder als
  Raum des Gemeinschaffens\, des Widerstands und der Resonanz sowie als Ort
  der Einschreibung\, Repräsentation und Macht erfahren wird\, wollen wir 
 über studentische Vignetten konkrete Situationen im Detail beleuchten und
  diskutieren: Wie können wir dem ›Rennen‹ entkommen\, und ein Verweil
 en\, Verirren\, Verwickeln anbahnen?\n\nLiteratur\nDIVA: Das Wort für Wel
 t ist Wald. Oper in drei Akten\, in: Ursula Rogg\, Mirja Reuter\, Notburga
  Karl (Hrsg.): Übergangsräume: Künstlerisch-edukative Praxis im Querein
 stieg studieren\, München: kopaed 2026\, S. 140 – 149 (vgl. dazu den gl
 eichnamigen Science Fiction Roman von Ursula K Le Guin)\nKarl\, Notburga: 
 Lecture Performances und die Kunst der Umstülpung\, in: Ursula Rogg\,Mirj
 a Reuter\, Notburga Karl (Hrsg.): Übergangsräume: Künstlerisch-edukativ
 e\nPraxis im Quereinstieg studieren\, München: kopaed 2026\, S. 98 – 10
 9.\nLöw\, Martina: Vom Raum zum Spacing. Räumliche Neuformationen und de
 ren Konsequenzen für Bildungsprozesse\, in: Eckart Liebau\; Gisela Miller
 -Kipp\; Christoph Wulf\n(Hrsg.). Metamorphosen des Raums. Erziehungswissen
 schaftliche Forschungen zur Chronotopologie. Weinheim: Deutscher Studien V
 erlag. 1999. S. 48-59.\nPuffert\, Rahel\, Umräumen statt aufräumen\, Kun
 stpädagogische Positionen 52\, Köln 2020\nSoja\, Edward W: Thirdspace: j
 ourneys to Los Angeles and other real-and-imagined places. Cambridge Mass.
 : Blackwell 1996
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SUMMARY:Klassenräume der Akademie als Diskursräume aufgreifen – ein phy
 sisches Curriculum - Norburga Karl\, Sophie Schmidt
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