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DTSTART:20261009T140000Z
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DESCRIPTION:Der Verein Kultur & Spielraum bietet kulturelle und politische 
 Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Stadtteilen 
 Münchens an. Sein Ansatz geht auf das Jahr 1968 zurück\, als die Gruppe 
 KEKS (Kunst\, Bildung\, Kybernetik\, Soziologie) den städtischen Raum als
  Ort des Lernens und Spielens untersuchte\, wobei der Prozess des gemeinsa
 men Schaffens mit offenem Ergebnis als zentrale Elemente einer künstleris
 chen Pädagogik im Vordergrund standen.\nDieser Beitrag konzentriert sich 
 auf eine praktische Reflexion der impliziten Ergebnisse eines der Projekte
  dieses Vereins\, Der Fahrende Raum. Seit zehn Jahren in regelmäßig wech
 selnden öffentlichen Parks Münchens aktiv\, ist dieser Raum für künstl
 erisches Handeln und Transformation in vielfältige soziokulturelle Kontex
 te eingebettet. Ortsspezifische Bezüge der Peripherie Münchens bestimmen
  seine Situiertheit. Ein Treffpunkt\, Atelier\, Archiv\, Bühne – ein Ra
 um\, der offen ist für Erkundung und Selbstausdruck an der Seite lokaler 
 oder internationaler Künstlerinnen (Meunier\, 2020) und den künstlerisch
 en Ausdruck als freie Form sozialer Interaktion einbezieht.\nDiese Aktions
 räume bringen Prozesse der Mitgestaltung und Selbstorganisation im öffen
 tlichen Raum hervor: Das Sammeln\, Teilen und die entsprechende Verbreitun
 g dieser Erfahrungen durch Präsentationen und Publikationen sind zugleich
  politische und pädagogische Strategien\, das heißt\, sie lösen Reaktio
 nen aus\, die wiederum neue Aktionen hervorbringen (Burkhalter\, 2018). So
  können beispielsweise Kinder selbst zu Reporterinnen oder Journalistinne
 n ihres Stadtviertels werden\, wie schon damals von der Gruppe KEKS als Pr
 axis erprobt und als „Didaktik der Wirklichkeitsaneignung“ bezeichnet 
 (Grüneisl\, 2017).\nIndem wir über diese Dialektik des Raums nachdenken\
 , wollen wir seine territorialen Grenzen und transformativen Verbindungen 
 erkunden: ein temporäres soziales Territorium durch Sozialisierung\, Zuh
 ören\, Diskussion und den Aufbau von Beziehungen\, wodurch Vertrauen gef
 ördert wird und Kommunikationslücken geschlossen werden (Köhler\, 2024)
 . Während sich der Raum zum Ende jedes Sommers auflöst\, bleiben physisc
 he Spuren auf dem Boden zurück: Temporäre Markierungen im Gras zeugen vo
 n den Ereignissen\, die dort stattfanden\, wobei sie die physische und soz
 iale Landschaft in einem passiven Akt der Reflexion verändern. Der Austau
 sch von Wissen und Erfahrung zwischen eingeladenen und ansässigen Künstl
 erinnen – sei es vor Ort oder in Publikationen – nährt und prägt kü
 nstlerische Praktiken und soziale Gewohnheiten neu.\nSo umreißt diese vor
 übergehende Besetzung des Raums ein potenzielles Handlungsfeld für kultu
 relle Vermittlung\, soziale Interaktion\, gemeinschaftliches Wiedersehen u
 nd künstlerische Transformation. Dieser Raum agiert diversitätssensibel 
 und öffnet sich Fragen der Inklusion und lädt dazu im besonderen Positio
 nen ein\, die sich Ästhetiken des Zugangs widmen. In seiner Genese reicht
  die räumliche Form dabei von der Zwischennutzung eines Einkaufszentrums 
 in Kombination mit einer mobilen Wageneinheit über eine zeltartige Archit
 ektur zu einer mobilen Bühne in Kombination mit einer industriellen Struk
 tur aus Gerüst und Containern.\nIm Sommer- und Wintersemester 2026/27 wer
 den die Fragestellungen für Studierende der Kunstpädagogik an der Akadem
 ie der Bildenden Künste München beforschbar. Diese bieten im Rahmen eine
 r Sommer School Programm für Kinder\, Jugendliche und Erwachsene im Garte
 n der Kunstakademie an und leiten daraus im Winter theoretische Fragen ab.
  Dabei spielt für die Studierenden die überregionale Recherche historisc
 her Kontexte von Aktionspädagogik eine ebenso große Rolle wie die Verhan
 dlung der eigenen künstlerischen Position.\n\n\nLiteratur:\nBURKHALTER\, 
 G. (2018). „KEKS (Kunst Erziehung Kybernetik Soziologie)“ in: The Play
 ground Project\, Zürich: JRP Editions SA\nGRÜNEISL\, G. (2017). „Der A
 ktionsraum - Vermittler zwischen Kunst und Pädagogik“\, in: Der Fahrend
 e Raum – Flugschrift Nr. 2 - Aktionsräume\, Kultur und Spielraum e.V. (
 Hg.) München\nKÖHLER\, S. (2024). „Spur“\, in: Der Fahrende Raum –
  Flugschrift Nr. 9\, Kultur und Spielraum e.V. (Hg.)\, München\nMEUNIER\,
  K. (2020). “Der Fahrende Raum und Die Vierte Wand der dritten Pädagogi
 n”\, in: Ich singe nicht für Bilder schöne Lieder\, Neuer Essener Kuns
 tverein e.V.\, Kunstverein München e.V.
DTSTAMP:20260921T054952Z
LOCATION:FLAG Pavillon
SUMMARY:Die Kunst des Fahrens - Öffentlichkeiten durch künstlerische Akti
 onsräume in Parks in München - Guida Miranda\, Angela Stiegler
URL:https://konferenz.abk-stuttgart.de/spot-on/talk/DX9FBH/
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