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DESCRIPTION:Die räumlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen des Lern
 ens beruhen auf gesellschaftlichen\, politischen\, lebensweltlichen und hi
 storischen Tatsachen. Doch Wissensproduktion und Lernen sind weit mehr als
  Raumbeziehungen – sie bestehen in sozialräumlichen und humangeographis
 chen Zusammenhängen auf der Makro- wie auch auf der Mikroebene - im Lokal
 en\, wie im Globalen. Die zugrunde liegenden Infrastrukturen bleiben jedoc
 h die meiste Zeit unsichtbar. Viele pädagogische Ansätze setzen einen Fo
 kus auf den Raum als "dritten Erzieher" (Loris Malaguzzi)\, auf vorbereite
 te Lernumgebungen (radikalkonstruktivistische Bildung) oder veränderte\, 
 bewusst gestaltete Lernräume (Maria Montessori\, Waldorfpädagogik\, Grü
 nes Klassenzimmer usw.). In dieser Hinsicht gilt es für eine Untersuchung
  der Subjektivierungsweisen und den sozialen Konstellierungen\, die Räume
  des Lehrens und Lernens hervorbringen\, die Gesamtheit der Raumverhältni
 sse und Raumproduktionen in den Blick zu nehmen. Vor diesem Hintergrund fr
 agen wir\, wie wir die Räume\, in denen wir lehren\, lernen und forschen 
 beschreiben können? Wie konstituiert sich dieses “wir” als Lehrende\,
  Lernende und Forschende im performativen\, materialen und medialen Sinne?
 \nSpätestens seit dem spatial turn zeigt sich ein Verzicht auf eine solit
 äre und kontextübergreifende Raumdefinition\, welche letztendlich ordnun
 gskontingente und relationale Raumverständnisse in ihren polyvalenten Sin
 ne ermöglicht. Räumlichkeiten lassen sich allerdings weder durch einen e
 inzelnen Ansatz ergründen\, noch auf ein einzelnes Konzept zurückführen
 .1 Im Sinne einer performativen Logik können Räume in Anlehnung an Bernh
 ard Waldenfels als ein Raum-im-Werden verstanden werden. Der Moment der He
 rvorbringung von Räumen lässt sich als Schwellenphase (Arnold van Gennep
 ) in den Blick nehmen\, die den Übergang von einer “sozialen Situation 
 zu anderen” beschreibt.2 In diesem transitorischen Feld eines Spielraums
  der Möglichkeiten (Benjamin Wihstutz) richtet sich ein Raum-im-Werden na
 ch einem Möglichkeitssinn\, dessen Hier und Jetzt „immer schon mit ande
 ren Orten und Räumen […]\, mit fiktiven Identitäten und Ereignissen\, 
 die aufs engste mit der Realität verwoben sind\, verbunden ist.”3 Ein R
 aum-im-Werden lässt sich dahingehend auch als ein Sozialraum im Sinne ein
 es „relational arrangement of social goods and people“ (Martina Löw) 
 verstehen\, der allererst durch Handlungen\, Bewegungen und Interaktionen 
 von Menschen entsteht.4 Schon 1974 beschreibt Henri Lefèbvre die Relation
  von physischem und sozialem Raum als “distributionelle Anordnung von Ak
 teuren und Eigenschaften.”5 Das Ganze einer Raumvorstellung und einer ra
 umbezogenen Wahrnehmung hat symbolische\, sinnlich wahrnehmbare physische 
 und gesellschaftliche Vorbedingungen.6\n\nIn unserem Beitrag nähern wir u
 ns Räumlichkeiten im medialen Sinne als narrativ-essayistische Räume (Kr
 auß) und filmisch-performative Räume (Kargin-Zahn). Unter dieser Perspek
 tive fragen wir jeweils\, wie Bildungsräume entstehen können und in der 
 Verschränkung von Lehren\, Lernen und Forschen durch ihren performativen 
 Charakter als subjektivierend fungieren. Aus dieser Betrachtung können ab
 schließend folgenreiche Konsequenzen für Lehr-Lernverständnisse im Kont
 ext des Räumlichen abgeleitet werden.\n\nLiteratur\n1 Günzel\, Stephan (
 2020): Raum. eine kulturwissenschaftliche Einführung\, Bielefeld: Transcr
 ipt Verlag\, S.25.\n2 Van Gennep\, Arnold (1981): Räumliche Übergänge. 
 in: Ders. (1981): Übergangsriten (Les rites de passage)\,\nFrankfurt am M
 ain: Campus Verlag\, S.25-28.\n3 Wihstutz\, Benjamin (2015): Unbekannte R
 äume\, Grenzen und Schwellen: zur Topologie experimenteller\nTheaterforme
 n\, in: Schafaff\, Jörn\; Wihstutz\, Benjamin (Hg.) (2015): Sowohl als au
 ch dazwischen. Erfahrungsräume\nder Kunst\, S. 160-164.\n4 Löw\, Martina
  (2018): The Sociology of Space. Materiality\, Social structures\, and Act
 ion\, New York: Palgrave\nMacmillan\, S.140.\n5 Bourdieu\, Pierre (1991): 
 Physischer\, sozialer und angeeigneter physischer Raum\, in: Wentz\, Marti
 n (Hrsg.) (1991):\nStadt-Räume\, Frankfurt am Main: Campus Verlag\, S. 26
 .\n6 Simmel\, Georg (1903): Soziologie des Raums\, Leipzig: Duncker & Humb
 lot\, S. 463f.
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LOCATION:KWR Pavillon
SUMMARY:Bildungsräume zwischen Materialität und Performativität - Lennar
 t Kraus\, Fatma Kargin-Zahn
URL:https://konferenz.abk-stuttgart.de/spot-on/talk/LKBASH/
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