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DTEND:20261008T153000Z
DESCRIPTION:Der Workshop versteht sich als temporäres künstlerisches Fors
 chungslabor\, das die kritische Erforschung unsichtbarer sozialer\, kultur
 eller und ökologischer (Ge)Schichten im urbanen Raum von Stuttgart erfors
 cht und die entdeckten Einsichten in eine künstlerische Karte transformie
 rt.\nOrte haben kulturelle Bedeutungen\, welche durch Funktionen und Handl
 ungen entstehen und sich auf den weiteren Gebrauch des Ortes auswirken (vg
 l. Foucault 1967/1997\, S. 262 ff.). Orte zeigen Spuren aus der Vergangenh
 eit\, bergen Erinnerungen\, erzählen von Erlebnissen und regen aktuelle H
 andlungen und Imaginationen für Zukünftiges an (vgl. Brohl 2023\, S. 96-
 97). All diese unterschiedlichen Dimensionen eines Ortes liegen wie Schich
 ten eng zusammen\, überdecken und verbergen manches\, wodurch es oftmals 
 unsichtbar scheint.\nKritisches künstlerisches Kartieren ist eine entdeck
 ende\, aufdeckende\, fragende Praxis vielfältiger (Ge)Schichten vom Ort. 
 Es zielt darauf ab\, noch nicht artikulierte\, noch nicht sichtbare Verhä
 ltnisse zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteur:innen und der 
 Stadt Stuttgart sichtbar und damit politische\, soziale\, ökologische und
  kulturelle Machtverhältnisse der Reflexion zugänglich zu machen. Gleich
 zeitig eröffnet kritisches Kartieren einen Raum für spekulative Imaginat
 ion: durch spielerische\, experimentelle und ästhetisch-forschende Interv
 entionen wird das Unsichtbare ins Sichtbare transformiert – nicht um es 
 zu „erklären“\, sondern um neue Beziehungen zum Raum zu erfinden\, zu
  erproben und zu imaginieren.\nKünstlerische Forschung nutzt den Stadtrau
 m Stuttgart als kritischen Bezugspunkt\, um bislang unerforschte (Ge)Schic
 hten der Stadt zu erkunden. Sie untersucht nicht nur historische und aktue
 lle Formen des kulturellen Gebrauchs urbaner Räume\, sondern auch die dar
 in verankerten Konfliktpotentiale. Gleichzeitig bleibt sie offen für jene
  noch nicht erkannten Potentiale\, die im Unsichtbaren liegen: Möglichkei
 ten\, andere\, nachhaltigere\, und kreativere Formen des Zusammenlebens un
 d der Raumnutzung zu entwerfen. In diesem Sinne ist künstlerisches Kartie
 ren eine Methode zur Aufdeckung verborgener und verdeckter (Ge)Schichten u
 nd zur Transformation kultureller Bedeutungen vom Ort. Dabei wird künstle
 risches Kartieren als Praxis des Deep Mapping verstanden – einer Methode
 \, die nicht auf Reduktion\, sondern auf die Vermittlung von Vielschichtig
 keit\, Kontextualität und narrativer Dichte abzielt (vgl. Bloom / Sacrame
 nto 2017). In diesem Workshop bilden der Campus und die nahegelegene Umgeb
 ung ein exemplarisches künstlerisches Forschungsfeld.\n\n\nLiteratur: \nB
 rohl\, C. (2023). Künstlerische Forschung und Nachhaltigkeit: Ein künstl
 erisches Forschungsprojekt “4 questions about nature”. Cinema & Territ
 ório\, (8)\, 89–114.\nNöthen\, E./Bauer\, L. (2022). Kritisches Kartie
 ren als künstlerischer Forschungsmodus. In: Finn Dammann/Boris Michel/\, 
 Handbuch Kritisches Kartieren (157-168). Bielefeld: transcript Verlag. htt
 ps://doi.org/10.14361/9783839459584-011\nKlaus\, L./Germes\, M./Guarascio\
 , F. (2022). Emotional Mapping und partizipatives Kartieren – ungehörte
  Stimmen sichtbar machen. In: Finn Dammann/Boris Michel/\, Handbuch Kritis
 ches Kartieren (37-54). Bielefeld: transcript Verlag. https://doi.org/10.1
 4361/9783839459584-003\nBloom\, B./Sacramento\, N. (2017): Deep Mapping\, 
 Auburn: Breakdown Break. Down Press.
DTSTAMP:20260921T045334Z
LOCATION:KWR Pavillon
SUMMARY:Kritisches Kartieren als Praxis künstlerischer Forschung. Aufdecke
 n unsichtbarer (Ge)Schichten im Stadtraum Stuttgarts - Christiane Brohl
URL:https://konferenz.abk-stuttgart.de/spot-on/talk/PNSWFU/
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