SPOT ON: #Raumpraxis

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Interaktionsraum: Kunst
09.10.2026 , KWR Pavillon
Sprache: Deutsch

Wie viel Interaktion lässt der architektonische Raum zu, wie beeinflusst er die Interaktion unter den Akteuren (Studierenden)?
Die Studierenden ermitteln Möglichkeiten mit dem architektonischen Raum de-facto umzugehen, weiter vertieft das Projekt eine weitere Auseinandersetzung mit built enviroments.
Die Realität in Schule, Museum oder anderen Vermittlungsorten steht vor der Herausforderung mit den Räumen und der Umgebung zusammen zu arbeiten, die bereits besteht. Das Projekt setzt genau an dieser Schnittstelle an. Wie lässt sich die Vermittlung von Kunst de-facto umsetzen unter jeden Umständen, wenn wir über die herkömmliche Vermittlungsstrukturen hinaus denken? Ziel ist es zu ermitteln: Wie können Lehramtsstudierende vorbereitet werden, in der Kunstvermittlung zwischen Planung und Unvorhersehbarem zu agieren? Wie ist der Körper, der Vermittlungsinhalt so wie der Raum also das built enviroment mitzudenken?
Durch die Kooperation mit dem DikoLL- LapProfil tu-Dortmund bildet die videobasierte Forschung zur Interaktion im Raum unsere Basis. Kunstlehramtsstudierende inszenieren Unterrichtssituationen zum Thema Performance, die anschließend durch die multimodale Interaktionsanalyse erforscht und interpretiert werden. Ziel ist es, die Köper und Raum-Interaktion durch die videogestützte Analyse nachvollziehbar zu machen.
Ausgehend von der zu vermi0elnden Kunst, Performance Art, welche in der Vermi0lung im schulischen Kontext eine geringe Verbreitung findet, stärkt das Seminar den Kompetenzbereich zu Performance rezipieren. Studierende entwickeln eigene Ideen zu Vermi0lungsmethoden und erörtern Schwierigkeiten der differenzsensiblen Vermi0lung zu KünstlerInnen PosiGonen zum Beispiel von Marina Abramovic, Damien Rebgetz, Anne Imhof, Willi Dorner, Lygia Pape, Ana Mendieta oder den Guerilla Girls. Die Werke verbinden die Auseinandersetzung in unterschiedlicher Intensität mit der InterakGonsarchitektur, Sozialtypographie sowie dem InterakGonsraum.
Die Studierenden untersuchen gezielt die Körper-PosiGon und Körper-PosiGonierung, also die Nutzung von Raum in der Bewegung und in der InterakGon. Sie inszenierten UnterrichtsituaGonen, in der Anwesenheit als ein Wir in dem ein Hier und Jetzt entsteht. Nach Hausendorf bezeichnet er die RealisaGon von wir als Situierung (Hausendorf, 2016). Er formulierte die Situierung besteht zunächst in der Herstellung eines gemeinsamen Wahrnehmungsraum (Ko-OrienGerung). Der InterakGonsraum ist ferner ein Raum für Bewegung, indem die Beteiligten sich posiGonieren, um eine Ko-OrienGerung herzustellen. Ko-OrienGerung und Ko-Ordinierung dienen der gemeinsamen Bearbeitung und Lösung eines Problems in einer Ko-OperaGon. Kunstvermittler sind trotz intensiver Vermittlungsvorbereitung nur bedingt in der Lage, vorauszuahnen, wie sich die Vermittlung von Kunst im Fachraum konkret entwickeln wird. „Die Realisierung des vorbereiteten Unterrichtsentwurfs ist durch die ansatzweise „Autonomie“ interaktiver Prozesse und ihrer Mechanismen in vielfacher Weise „gefährdet.“ (Schmitt,2011, S.226). Die Kunstvermittlung ist eindeutig geprägt vom Aufbau von Strukturen und Ocenheit zur Improvisation. Die de-facto didaktische Qualität und Systematik im Handeln der VermittlerInnen zu erkennen fordert einen analytischen Ansatz, der interaktive Prozesse und deren Reaktionen erfassen kann. Die gebaute Umwelt strukturiert menschliches Verhalten, beeinflusst Mobilitätsmuster im architektonischen Raum und wirkt auf soziale (Un)gleichheiten ein.
Das Projekt sucht in der Auseinandersetzung mit der eigenen Lehrpersönlichkeit durch videobasierte Analysen, eben diese Reflektionsfähigkeit zu fördern, um [ergänzen].

Literatur:
Hausendorf, Heiko, Kesselheim, Wolfgang, Schmitt Reinhold (2016)(Hrsg.), Interaktionsarchitektur, Sozialtopographie und Interaktionsraum, Narr Francke Attempto Verlag , Tübingen.
Plegge, Henrike (2023),Räume der Kunstvermittlung, Ambivalenzen sichtbarer Vermittlungsräume im Museum für Gegenwartskunst und ihre Auswirkungen auf die pädagogische Praxis, Schriftenreihe Kunst Medien Bildung, Band 12, München.
Schmitt, Reinhold (2011) (Hg.) ,Unterricht ist Interaktion!, Analysen zur De-facto-Didaktik, Amades Verlag, Mannheim.

09.08.1986 in Moers, Verheiratet, drei Kinder (2018, Zwillinge 2020), www.katjarabe.com
05.2025 Wiss. Mitarbeiterin (Kunstdidaktik), Tu-Dortmund mit Promotionsvorhaben
10.2024 – 05.2025 Anstellung Maria Montessori Gesamtschule Düsseldorf
05.2023 - 10.2024 2. Staatsexamen, Referendariat Annette von A.D. Gymnasium, Düsseldorf
10.2013 - 02.2023 Kunststudium BA/MA Einzelfach Lehramt Gym/Ge Universität Duisburg/Essen
08.2007 - 08.2010 Ausb. Maskenbildnerin Deutschen Oper am Rhein, B.Staatz